Mascagni.org - The most comprehensive online resource about Pietro Mascagni. Search Mascagni.org:
Home
Mascagni.org's Home Page
News
All the Mascagni-Related News
FAQ
Frequently Asked Questions
Biography
Mascagni's Life
Bibliography
Books and Articles About Mascagni
Discography
Extensive Discography with CDs, DVDs, LPs, and More
Works
Mascagni's Works
Libretti
Libretti and their Sources
Performances
Historical Live Performances
Articles and Texts
Original and Historical Texts
Photo Albums
Photos and Documents
Original Documents
Books, Articles, Libretti, Scores, and other original documents
Audio Files
Download and Play Audio Files
Movies
Watch Mascagni Conducting Nerone
Features
Mascagni.org's Special Features
Wish List
What Mascagni.org Wants!
Contributions
Contribute to Mascagni.org
Newsletter
Stay Informed
Links
Mascagni on the Web
About Mascagni.org
Information about Mascagni.org and Contact Information
Technical Information
Technical information about the web site
Changes
Changes to the Site
See Also
Original Document
Performances
Printable Version
Navigate Articles

"Die Rantzau", Oper von Pietro Mascagni

by K. v. Mittelstädt, Deutsche Illustrierte Zeitung, No. 27, 1893

This article was published in an 1893 issue of the Deutsche Illustrierte Zeitung (German Illustrated Newspaper). The beginning of the article is missing, but probably amounts to a few paragraphs at most. The actual title of the article is unknown.

The author starts by explaining the reasons of the success of I Rantzau in Berlin, a success not simply explained by the musical quality of the work. He then talks about the speed at which Cavalleria spread through Europe, making Mascagni suddenly famous and rich. He mentions Mascagni's life before Cavalleria and the composition of the opera with the collaboration or his librettists. He moves on to I Rantzau. He mentions the origin of the libretto and summarizes the plot. Although according to him the musical treatment does not appear as fitting as in Cavalleria Rusticana, the opera does not lack memorable pieces. Finally, he praises the German premiere of I Rantzau that took place in Berlin on February 25, 1893.

The article is illustrated with a full-page (27.8 x 37.4 cm) engraving showing scenes from I Rantzau (see the original document). The engraving is entitled "Die Rantzau", Oper von Pietro Mascagni. Originalzeichnung von Alb. Wirth. ("The Rantzau", opera of Pietro Mascagni. Original drawing by Alb. Wirth.).


Der eine Rantzau bittet beim andern um Einlaß.
(One of the Rantzau brothers asks the other to let him in.)

[...] überraschend großen, für Berlin geradezu verblüffenden Erfolg, der wohl durch die Vereinigung der verschiedensten Umstände bewirkt wurde. Der ganz außerordentliche Erfolg der Erstlingsoper Mascagnis, der "Cavalleria Rusticana", der sich als tragfähig für seine zweite oper, den "Freund Fritz", seine dritte und vielleicht noch ein paar nachfolgende Opern erweist; ferner die Anwesenheit des sympathischen jungen Komponisten, der zu dieser Erstaufführung in Deutschland nach Berlin gekommen war; weiter der Mangel an zugkräftigen neuen heimischen Werken; endlich die politische Lage, die gerade von Berlin aus zur Zeit das hellste Licht freundschaftlicher Begünstigung auf die italienischen Künstler ausstrahlt - das alles kam zusammen, um den "Rantzau" wahrhaft glänzenden Empfang zu bereiten, der nach übereinstimmendem Urteile aller Musikverständigen aus dem musikalischen Gehalt des Werkes allein nicht zu erklären ist.

In der That hatte das Erstlingswerk Mascagnis vor mehr als zwei Jahren nicht nur in Italien, sondern in ganz Europa einen Beifall hervorgerufen, wie ihn die Musikgeschichte von keinem ersten dramatischen Werke zu erzählen weiß. Bei einer ausgeschriebenen Bewerbung für eine einaktige Oper erhielt bekanntlich der damals erst sechsundzwanzigjährige Komponist unter den hundertundsiebenzig Mitbewerbern den ersten Preis. Sein Werk, die Cavalleria, wurde sowohl in den Städten Italiens, wie in Budapest, Dresden, Wien, Prag, Berlin rasch nacheinander aufgeführt und mit wahrem Jubel aufgenommen. Alle Theater beeilten sich, die wirksame und schöne Oper zu erwerben, und der bis dahin ganz unbekannte und mittellose Komponist wurde mit einem Schlage ein berühmter und in sechs Monaten ein reicher Mann.

Pietro Mascagni ist der Sohn eines armen Bäckers in Livorno. Der talentvolle Knabe wurde von einem reichen Mäcen ins Konservatorium zu Mailand gebracht, von wo der jungen Taugenichts indes arger Schelmenstreiche wegen nach einiger Zeit davongejagt wurde. Darnach ward Mascagni Kapellmeister an kleinen Wanderbühnen, und ein altes Zeitungsblatt, das ihm ganz zufällig jenes Preisausschreiben vor Augen führte, brachte ihn auf die idee, eine einaktige Oper zu komponieren. Zwei Freunde arbeiteten ihm das treffliche Bauernstück Vergas rasch zu einem Libretto um, dessen einzelne Abschnitte er täglich auf Postkarten erhielt, und mit gleicher Schnelligkeit schritt von Tag zu Tag die Komposition des Werkes vorwärts, das ein so überraschend kraftvolles und selbständiges Talent bekundete.

Wie das Libretto der zweiten Oper Mascagnis, des Amico Fritz, ist auch dasjenige der Rantzau nach einem Erckmann-Chatrianschen Roman gearbeitet. Die von den Autoren nach ihren Romanen geschriebenen Schauspiele Freund Fritz und Die Rantzau hatten ihrer Zeit eine große Bühnenwirkung ausgeübt, jedenfalls eine größere, als jetzt die gleichnamigen Opern Mascagnis, für welche sie keine recht geeigneten Sujets bilden. Das Libretto zu den Rantzau ist von der Herren G. Targioni-Tozetti und G. Menasci verfaßt, der italienische Text ins Deutsche recht geschickt von Max Rahlbeck übertragen, der mit seinem Verständnis die Accente des deutschen Wortfalles den dramatischen Spitzen der musikalischen Phrase angepaßt hat.


Versöhnung.
(Reconciliation.)

Das Stück spielt in einem kleinen Dorfe der Vogesen und behandelt den Streit der beiden benachbart wohnenden Brüder Johann und Jakob Rantzau und die unklare letztwillige Verfügung ihres Vaters und die endliche Versöhnung der feindlichen Brüder durch die Liebe ihrer Kinder. Luise, Tochter des Johann, verzehrt sich in Liebe zu ihrem Vetter Georg, Sohn des Jakob. Um sein Kind zu retten, gibt Johann nach, und Georg vernichtet schließlich den von seinem Vater Jakob entworfenen Vergleich, um den dauernden Frieden zu sichern.

Wenn diese etwas verblaßte und hausbackene Montecchi-Capuletti-Geschichte von "Romeo und Julia auf dem Lande" auch eine innere Teilnahme nicht zu erregen vermag und sich deshalb für eine musikalische Bearbeitung weit weniger eignet, als zum Beispiel die von Poesie und Leidenschaft durchwehte Cavalleria, so fehlt es doch auch in der neuen Oper nicht an manchen interessanten Einzelheiten, die das Ohr des Kenners entzücken. So im zweiten Akt das "Kyrie eleison" des Schulmeisters Florentius und die eindringlich wirkende Mahnung Johannes an seine Tochter, im dritten Akte der Eingangschor der Frauenstimmen und das Finale, im vierten das Liebesduett und der Schluß.

Der meisterhaften Berliner Darstellung, um welche sich in erster Reihe Herr Bulß als Johann Rantzau, ferner Fräulein Hiedler (Luise) und die Herren Betz (Florentius), Rothmühl (Georg) und Krolop (Jakob) verdient machten, nicht minder der vortrefflichen Leitung des Orchesters unter Kapellmeister Weingartner und der prächtigen Inscenirung gebührte ein voller Anteil an dem Erfolge des Abends.


Der alte Rantzau tobt gegen seine Tochter. - Der junge Rantzau und sein Nebenbuhler.
(The old Rantzau rages against his daughter. - The young Rantzau and his rival.)

Comments, additions, corrections are welcome.

This Site © 1999-2007 Erik Bruchez. All Rights Reserved.
Powered by Orbeon Forms